DER ATEM DES LEBENS
Ich bin Teil vom Ganzen,
aber nicht das Ganze.
Ich bin ein Puzzlestück des Puzzles,
aber nicht das Puzzle.
Ich bin einzigartig und doch Teil des Einen.
Ich bin nicht mehr als du,
aber auch nicht weniger.
Wenn ich nicht bin, der ich bin,
und du nicht bist, der du bist,
kann das Puzzle sich nicht zu einem Ganzen verbinden,
kann das Bild für uns nicht sichtbar sein.
Das Bild ist bereits da.
Doch erst wenn jedes Puzzlestück das ist, was es wahrlich ist,
kann sich das vermeintliche Chaos zu einer Ordnung,
zu einem Ganzen fügen.
Damit das Puzzlebild für uns erkennbar wird,
müssen wir darauf vertrauen,
dass jedes Puzzlestück seinen Platz im Ganzen hat,
dass alles bereits da ist und nichts fehlt.
Dafür müssen wir wertschätzen –
uns selbst und jedes einzelne Puzzlestück.
Denn nur so können wir sein, wer und was wir sind.
Erst durch die Sichtbarmachung des unsichtbaren Potentials,
durch das Bewusstwerden dessen, was ist,
kann es für uns Wirklichkeit werden.
Es geht nicht darum, unser eigenes Bild zu verwirklichen,
sondern dem Potential des Puzzlebildes zu erlauben, sich zu entfalten,
damit es für uns sichtbar wird
und wir uns selbst im großen Bilde erkennen.
Dieser Prozess der Sichtbarmachung entsteht durch das Sich-Verbinden der Puzzleteile.
Die Möglichkeiten der Verbindung sind bereits angelegt.
Doch erst wenn wir sie bewusst wahrnehmen,
wird aus Möglichkeit Verbindung.
Erst durch das Bewusstwerden der Verbindung beginnt der Prozess,
beginnt sie zu pulsieren,
beginnt sie zu fließen,
beginnt das lebendige Zusammenspiel von Einzigartigkeit und Ganzheit.
In einer lebendigen Verbindung
übermächtigt niemand den anderen,
keiner beugt sich einem fremden Willen.
Jeder ist, der er ist,
und wird aus sich selbst heraus von demselben Willen getragen,
der die Puzzlestücke zusammenfügt
und dessen Teil ein jedes Puzzlestück ist.
Auch dieser Wille ist bereits im Ganzen angelegt.
Er wird durch unser Bewusstsein sichtbar
und beginnt, sich durch uns zu entfalten.
Ich muss nicht vollkommen sein,
um wertvoll zu sein.
Einzigartigkeit und Verbundenheit sind kein Widerspruch –
ganz im Gegenteil, sie bedingen einander.
Eingebettet in die Ganzheit sind wir vollkommen,
und aus dieser Ganzheit heraus finden wir zu unserer eigenen Vollkommenheit.
Wir müssen unsere Einzigartigkeit nicht aufgeben,
um Ganzheit zu erfahren,
ganz im Gegenteil.
Um ganz zu sein, müssen wir unsere Einzigartigkeit nicht aufgeben
und auch nicht nach Fehlern in uns oder anderen suchen.
Die Kunst ist es, dass Einzigartigkeit nicht zur Trennung führt,
nicht um Herrschaft kämpft oder sich abgrenzt.
Urteil, Zweifel und Neid führen dazu,
dass wir unser eigenes Bild durchsetzen wollen.
Nicht Gleichheit, sondern Verbundenheit ist das Ziel.
Denn erst in der Verbundenheit können sich unsere Einzigartigkeiten
miteinander verbinden und das Ganze sichtbar werden lassen.
Meine Einzigartigkeit schenkt mir meinen Platz im Ganzen.
Sie macht mich besonders, einzigartig,
aber sie gibt mir keine Macht über andere.
Ein Puzzleteil kann seinen Platz nicht dadurch finden,
dass es versucht, ein anderes Puzzleteil zu werden.
Es findet ihn gerade dadurch, dass es ist, was es ist,
und akzeptiert, was der andere ist.
Die Aufgabe ist nicht, gleich zu werden,
sondern Wege zu finden, unsere Einzigartigkeiten zu einem Ganzen zu verbinden.
Darin liegt der Weg zu unserer eigenen Vollkommenheit -
bereits im Ganzen angelegt,
aber erst erfahren, erkannt und bewusst werden muss.
Nicht unterordnen und nicht überordnen,
sondern erkennen, dass die Ordnung bereits ist.
Nicht trennen,
sondern nach der Verbindung suchen,
die in allem bereits angelegt ist.
Es gilt nicht, die Dinge nach unserem Willen zu verändern,
sondern ihnen zu erlauben, sich zu fügen,
denn alles ist.
Freiheit bedeutet nicht, unabhängig zu sein,
sondern in vertrauensvoller Gelassenheit zu erkennen.
Ich muss die Ordnung nicht herstellen.
Ich darf aufhören, sie zu kontrollieren,
krampfhaft zu formen
und nach meinem eigenen Bild gestalten zu wollen.
So kann aus Zweifel und Kampf
vertrauensvolle Gewissheit werden.
Im Loslassen der Dunkelheit des Nicht-Erkennens
offenbart sich uns diese allumfassende Ordnung,
wird das Unsichtbare sichtbar,
so weicht die Dunkelheit dem Lichte des Erkennens.
Aus diesem Licht heraus die eigene Einzigartigkeit zu leben,
macht sie vollkommen –
nicht aus sich heraus,
sondern aus der Ganzheit heraus,
aus der sie entsteht und gelebt wird,
ohne dabei die Ordnung zu stören, die ist.
Die Einzigartigkeit muss nicht überwunden werden,
um Ganzheit zu erfahren.
Sie wird gerade aus der Ganzheit heraus bewusst erfahrbar,
sichtbar,
bewusst,
und dadurch fließt die Einzigartigkeit in die Ganzheit
und die Ganzheit in die Einzigartigkeit
und findet dadurch zur Vollkommenheit.
So fließen die Puzzlestücke ineinander,
finden und verbinden sich zu einer Ganzheit,
ganz von selbst,
und darin liegt ihre Vollkommenheit.
Das Bild war immer da –
wir müssen nur aufhören, es verändern zu wollen.
Lassen wir es entfalten, wie es bereits ist,
damit wir erkennen können, was immer schon war und ist.
Akzeptanz, Wertschätzung und Dankbarkeit sind die Kraft,
die uns dabei trägt und das entstehen lässt,
was seit Ewigkeiten ist,
damit sich unser Bewusstsein, unser Bewusstes-Sein in die Ganzheit weiten kann.
Das Puzzlebild wird nicht von uns gemacht,
es ist. Seit Ewigkeiten.
Durch unsere Einzigartigkeit wird es sichtbar,
und in dieser Sichtbarkeit liegt die Kraft der Bewusstwerdung –
des bewussten Seins.
Erst durch diese Bewusstheit können wir wahrlich sein,
was und wer wir sind,
und erkennen, wer wir wahrlich sind.
Erst durch sie wird sichtbar,
was immer schon in uns und im Ganzen liegt,
und kann dadurch in seiner Ganzheit,
aus dieser Ganzheit heraus belebt und gelebt werden.
Durch bewusstes Sein kann Potential sichtbar und lebendig werden,
sich in der Sichtbarkeit wie eine Welle entfalten
und verbreiten.
In Liebe,
Marco Verita